Suchmaschinen wollen heute nicht mehr nur Texte lesen, sondern Inhalte wirklich verstehen – und das gelingt ihnen mithilfe von strukturierten Daten. Denn sie liefern den Maschinen präzise Hinweise zum Thema einer Website und sind somit die Basis für moderne Suchfunktionen wie Rich Snippets, den Knowledge Graph oder Voice Search. Der korrekte Einsatz strukturierter Daten kann die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen signifikant steigern, die Klickrate erhöhen und komplexe Inhalte für Suchmaschinen leicht erfassbar machen.
In diesem Beitrag erfährst Du, was strukturierte Daten sind, wie sie sich von anderen Datenformen unterscheiden, welche Vorteile sie für SEO bieten und wie Du sie Schritt für Schritt auf Deiner Website implementierst und testest.
Inhaltsverzeichnis
Was sind strukturierte Daten?
Strukturierte Daten (engl. structured Data) sind im Wesentlichen Informationen, die Suchmaschinen in einem klar definierten, standardisierten Format bereitgestellt werden. Dadurch können Suchmaschinen die Inhalte einer Website präziser erkennen, interpretieren und effizient verarbeiten, ohne dass sie raten müssen, um was für eine Art von Information es sich handelt.
Im Gegensatz zu unstrukturierten Daten wie Fließtexten, Bildern oder Videos, bei denen der Kontext oft nur erschlossen werden kann, liefern strukturierte Daten konkrete Angaben zu Produkten, Events, Rezepten, Personen oder Unternehmen. Dadurch verbessern sie die Auffindbarkeit, erleichtern die Indexierung und ermöglichen erweiterte Darstellungen wie Rich Snippets in den Suchergebnissen.
Worin unterscheiden sich strukturierte, halb-strukturierte und unstrukturierte Daten?
| Merkmal | Strukturiert | Halb-strukturiert | Unstrukturiert |
|---|---|---|---|
| Definition | Daten in festem, klar definiertem Format | Daten ohne starre Tabellenstruktur, aber mit erkennbaren Markierungen | Daten ohne vordefinierte Struktur |
| Beispiele | SQL-Tabellen, JSON-LD, Excel-Tabellen | XML, JSON-Dateien, E-Mails, Logfiles | Texte, Bilder, Videos, Social-Media-Posts |
| Struktur | Festgelegt, vorhersehbar | Flexibel, teilweise markiert | Keine feste Struktur |
| Maschinenlesbarkeit | Einfach zu verarbeiten | Teilweise einfach, teilweise Analyse notwendig | Schwer maschinell auswertbar |
| Vorteil für Verarbeitung | Leicht abfragbar, sortierbar, automatisierbar | Kann automatisch interpretiert werden, erfordert Parser | Muss aufbereitet oder analysiert werden |
| Verwendung | Datenbanken, Websites, Finanzdaten | Web-Daten, APIs, Log-Analyse | Dokumente, Multimedia, Social Media |
5 Vorteile von strukturierten Daten für Websites und SEO
Rich Snippets
Durch strukturierte Daten kann Google zusätzliche Informationen zu Deiner Website direkt in den Suchergebnissen anzeigen, wie z. B. Sternebewertungen, Preise, Veranstaltungszeiten oder FAQs. Das macht Dein Suchergebnis auffälliger und erhöht die Klickrate.
Bessere inhaltliche Zuordnung
Strukturierte Daten helfen Suchmaschinen dabei, Inhalte Deiner Seite besser zu verstehen: Ein Rezept wird als Rezept erkannt, ein Produkt als Produkt, ein Event als Event. Das kann die Relevanz für bestimmte Suchanfragen erhöhen und indirekt die Rankings verbessern.
Unterstützung für Voice Search
Sprachassistenten wie Google Assistant oder Alexa greifen auf strukturierte Daten zurück, um ihre Antworten auszugeben. Ohne strukturierte Daten wird Dein Content für diese Art von Suchsystem weniger sichtbar.
Einbindung in Knowledge Graph
Strukturierte Daten ermöglichen, dass Deine Marke, Dein Produkt oder Personen in Googles Knowledge Graph erscheinen. Dies steigert die Autorität und Sichtbarkeit Deiner Website.
Indexierung komplexer Inhalten
Für E-Commerce-Shops, Events oder Tutorials sind strukturierte Daten besonders nützlich, da sie Google bei einer korrekten Indexierung detailreicher Seiten unterstützen und helfen, Missverständnisse zu vermeiden.
Wie implementiere ich strukturierte Daten auf meiner Website?
Beginne damit, die Inhalte festzulegen, die Du markieren möchtest. Überlege zuerst, welche Inhalte auf Deiner Website für Suchmaschinen die größte Relevanz haben:
- Produkte (Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen)
- Rezepte (Zutaten, Zubereitungszeit, Bewertungen)
- Events (Datum, Ort, Tickets)
- FAQs (Fragen & Antworten)
- Organisation (Name, Logo, Kontaktinformationen)
Im nächsten Schritt bestimmst Du das Format. Hierbei hast Du die Wahl zwischen drei Hauptformaten für strukturierte Daten:
| Format | Beschreibung | Empfehlung |
|---|---|---|
| JSON-LD | JavaScript im <script>-Tag, außerhalb des HTML-Texts | ✅ von Google empfohlen |
| Microdata | HTML-Attribute direkt im Inhalt | Wird noch unterstützt, aber weniger flexibel |
| RDFa | Für komplexere Verknüpfungen, seltener genutzt | Selten nötig |
Beispiel JSON-LD für ein Produkt
<script type=“application/ld+json“>
{
„@context“: „https://schema.org/“,
„@type“: „Product“,
„name“: „Beispielprodukt“,
„image“: „https://example.com/bild.jpg“,
„description“: „Kurze Produktbeschreibung“,
„sku“: „12345“,
„offers“: {
„@type“: „Offer“,
„url“: „https://example.com/produkt“,
„priceCurrency“: „EUR“,
„price“: „29.99“,
„availability“: „https://schema.org/InStock“
}
}
</script>
Nutze am besten Schema.org, da es der Standard für strukturierte Daten ist.
Welche Arten von Daten kann man mit Schema.org kennzeichnen?
- Produkte: Name, Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen
- Rezepte: Zutaten, Zubereitungszeit, Nährwertangaben, Bewertungen
- Events/Veranstaltungen: Datum, Ort, Ticketinformationen
- Personen: Name, Rolle, Kontaktdaten, Social-Media-Profile
- Organisationen: Name, Logo, Adresse, Kontaktinformationen
- Bewertungen & Rezensionen: Sternebewertungen, Kommentare, Bewertungstyp
- Artikel/Blogbeiträge: Titel, Autor, Veröffentlichungsdatum, Kategorie
- FAQs: Fragen und Antworten direkt auf der Seite
- Videos & Multimedia: Videotitel, Beschreibung, Thumbnail, Upload-Datum
- Stellenangebote: Position, Unternehmen, Standort, Bewerbungsinformationen
- Bücher: Titel, Autor, ISBN, Erscheinungsdatum
- Lokale Unternehmen / Geschäfte: Öffnungszeiten, Standort, Kontaktinformationen
Wie teste ich, ob meine strukturierten Daten korrekt implementiert sind?
Um zu prüfen, ob Deine strukturierte Daten korrekt auf Deiner Website implementiert sind, gibt es mehrere zuverlässige Methoden. Am einfachsten ist der Google Rich Results Test, bei dem Du entweder die URL der Seite oder den Quellcode eingibst und sofort siehst, welche strukturierten Daten Google erkennt und ob Fehler oder Warnungen vorliegen.
Ergänzend dazu kann der Schema Markup Validator genutzt werden, der detailliert überprüft, ob alle Schema.org-Typen korrekt umgesetzt wurden und ob Pflichtfelder fehlen.
Nach der Veröffentlichung liefert auch die Google Search Console wertvolle Hinweise. Sie kann ebenfalls anzeigen, welche Seiten validierte strukturierte Daten enthalten und wo Probleme auftreten. Zusätzlich lohnt sich ein Blick in den Seitenquelltext und eine Prüfung des JSON-Codes in Tools wie JSONLint, um Syntaxfehler auszuschließen.
Tipp: Regelmäßiges Testen stellt sicher, dass die Daten richtig erkannt werden und die Chancen auf Rich Snippets in den Suchergebnissen steigen.
Gibt es Richtlinien für strukturierte Daten bei Google, Bing oder anderen Suchmaschinen?
Ja, Suchmaschinen wie Google, Bing und Co. legen klare Richtlinien für strukturierte Daten fest, um eine korrekte Interpretation und die Anzeige von Rich Snippets zu gewährleisten.
Demnach müssen strukturierte Daten strikt nach den Schema.org-Vorgaben (Typen und Eigenschaften) implementiert werden. Es ist zwingend erforderlich, alle Pflichtfelder auszufüllen und nur wahrheitsgemäße Inhalte zu kennzeichnen. Versteckte oder irreführende Angaben werden von Suchmaschinen abgestraft.
Außerdem gibt es spezielle Anforderungen für Rich Results, z. B. Mindestangaben für Produkte, Events oder Rezepte. Die Einhaltung dieser Vorgaben erhöht die Chance, dass Deine Inhalte in Rich Snippets, dem Knowledge Graph oder anderen Suchfeatures erscheinen. Gleichzeitig schützt sie Deine Website vor Rankingverlusten oder manuellen Maßnahmen.
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Nutzung strukturierter Daten?
Künstliche Intelligenz verändert die Nutzung strukturierter Daten grundlegend, indem sie Daten schneller, genauer und in größerem Umfang analysieren und verknüpfen kann.
Während strukturierte Daten anfangs vorrangig zur Verbesserung der Verständlichkeit von Inhalten für Suchmaschinen und automatisierte Systeme dienten, kann KI nun Muster und komplexe Zusammenhänge erkennen, die zuvor schwer zu interpretieren waren.
Dies umfasst beispielsweise die automatische Auswertung von Produkt-, Bewertungs- oder Eventdaten, die Generierung personalisierter Empfehlungen oder die Optimierung von Inhalten für Sprachassistenten.
Außerdem erleichtert KI die Automatisierung der Erstellung und Validierung von strukturierten Daten, was besonders für große Websites oder dynamische Inhalte wie E-Commerce-Shops entscheidend ist. Dadurch gewinnen strukturierte Daten nicht nur für SEO, sondern auch für datengetriebene Geschäftsprozesse an strategischer Bedeutung.
Fazit: Warum strukturierte Daten heute unverzichtbar sind
Strukturierte Daten sind längst wichtiger Bestandteil moderner Suchmaschinenoptimierung. Sie helfen Suchmaschinen dabei, Inhalte korrekt zu verstehen, sauber einzuordnen und ansprechend in den Suchergebnissen darzustellen – sei es über Rich Snippets, den Knowledge Graph oder Voice Search.
Wer sie sauber nach Schema.org implementiert, regelmäßig testet und die Richtlinien der Suchmaschinen beachtet, schafft die Grundlage für mehr Sichtbarkeit, höhere Klickraten und eine bessere Performance in der Suche. Mit dem wachsenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz wird ihre Bedeutung in Zukunft weiter zunehmen. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt, strukturierte Daten gezielt einzusetzen und die eigene Website technisch wie inhaltlich fit für die nächste Generation der Suche zu machen.


