Beim Cloaking handelt es sich um eine Technik, bei der Bots, bzw. Webcrawler andere Inhalte zu sehen kommen als echte Nutzer*innen. Das Ziel von Cloaking soll es sein, die Rankings bei Google künstlich zu manipulieren und somit in kurzer Zeit bessere Positionen zu erreichen. In diesem Artikel erklären wir dir, welche technischen Varianten es gibt, welche Risiken es birgt und warum es in keinem Fall Teil deiner SEO-Strategie sein sollte.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet Cloaking?
Das Wort Cloaking stammt aus dem Englischen und bedeutet zu Deutsch “Verhüllen”. Cloaking beschreibt das absichtliche Anzeigen unterschiedlicher Inhalte an Suchmaschinen-Crawler und menschliche Besucher*innen unter derselben URL. Damit sollen Rankings manipuliert oder die Indexierbarkeit von Inhalten künstlich verbessert werden. Cloaking fällt somit unter das sogenannte Black-Hat-SEO, weil es Nutzer*innen und Suchmaschinen bewusst täuscht.
Exkurs zu Black-Hat-SEO
Unter Black-Hat-SEO versteht man manipulierende Praktiken im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Dabei wird bewusst gegen die Richtlinien von Google verstoßen, um die Rankings in den Suchergebnissen zu verbessern. Typische Black-Hat-Praktiken sind unter anderem Keyword-Stuffing, Aufbau von Linkfarmen, versteckte Texte oder Cloaking.
Black-Hat-SEO war besonders Anfang der 2000er-Jahre sehr verbreitet und funktionierte damals noch recht gut. Mit den Jahren wurde es immer schwieriger, die Algorithmen von Google zu überlisten. Mit dem Panda-Update (2011) und dem Penguin-Update (2012) ist Google gegen betrügerische Praktiken vorgegangen mit der Folge, dass binnen weniger Monate viele Tausende Websites ihre Rankings verloren haben.
Ziele von Cloaking
Black-Hat-SEOs verfolgen mit Cloaking in der Regel kurzfristige Ranking- und Monetarisierungsgewinne. Die typischen Ziele lassen sich klar folgendermaßen definieren:
- Manipulation von Suchmaschinen-Rankings: Suchmaschinen werden mit keyword-optimiertem Text „gefüttert“, während Nutzer*innen ganz andere Inhalte sehen. Ziel ist es, für umkämpfte Keywords schneller und günstiger zu ranken.
- Traffic-Abgriff für nicht relevante oder irreführende Inhalte: Nutzer*innen gelangen über Suchergebnisse auf Seiten, deren tatsächlicher Inhalt nicht zur Suchintention passt (z. B. Download-Seiten, Verkaufs-Seiten, Fake-Angebote).
- Verbergen von Spam-, Malware- oder Scam-Inhalten: Google sieht eine saubere, textbasierte Seite, während echte Nutzer*innen jedoch auf Seiten mit Malware, Phishing oder betrügerischen Angeboten geleitet werden.
- Monetarisierung über aggressive Affiliate- oder Ad-Modelle: Cloaking wird genutzt, um schnell viel Traffic auf Seiten mit hoher Anzeigen- oder Affiliate-Dichte zu lenken.
Technische Varianten von Cloaking
Es gibt verschiedene Erscheinungsformen von Cloaking. Die häufigsten Varianten stellen dabei das User-Agent-Cloaking und das IP-basierte Cloaking dar. Diese Arten stellen wir dir im Folgenden vor.
User-Agent-Cloaking
Die ausgelieferten Inhalte hängen vom erkannten User-Agent (Browser bzw. Bot) ab. Erkennt der Server z. B. den Googlebot, bekommt dieser eine andere Seitenversion angezeigt als reguläre Nutzer*innen, die den Browser nutzen. Dabei handelt es sich um die häufigste Form von Cloaking, da es relativ einfach umzusetzen ist.
IP-basiertes Cloaking
Beim IP-basierten Cloaking liefert der Server je nach erkannter IP-Adresse unterschiedliche Inhalte aus, z. B. eine speziell optimierte Version für bekannte Crawler-IP-Adressen und eine andere Version für normale Besucher, die im Browser suchen. IP-basiertes Cloaking ist schwerer zu realisieren und zu testen, aber ebenso riskant. Google ist mittlerweile in der Lage, solche Unterschiede aufzuspüren.
Ausnahmen von Cloaking
Nicht jede Form von eingeschränktem Content gilt automatisch als Cloaking. Google macht in den Google Search Central Spamrichtlinien eine klare Ausnahme für z. B. Paywalls und Content-Gating-Mechanismen. Der entscheidende Unterschied zu Cloaking liegt in der Gleichbehandlung von Google und berechtigten Nutzer*innen. Google sieht denselben vollständigen Inhalt wie ein eingeloggter oder zahlender Nutzer. Es wird somit kein alternativer oder manipulierter Content speziell für den Googlebot ausgespielt.
Auch eine Geo-basierte Weiterleitungen bei länderspezifischen Domains dienen in der Regel der besseren Nutzererfahrung. Diese Praxis wird ebenfalls von Google akzeptiert, wenn die Logik nicht auf eine Art und Weise implementiert ist, dass der Googlebot anders behandelt wird als echte Besucher*innen, wie Matt Cutts, ehemaliger Leiter des Webspam-Teams bei Google, in einem Video der Google Search Central erklärt.
Die Risiken von Cloaking: Der Standpunkt von Google
Google definiert Cloaking als Täuschung und zählt jegliche Praktiken in diesem Bereich zu Spam-Verstößen. Die Folgen können schwerwiegend sein: Manuelle Maßnahmen oder algorithmische Herabstufungen können die Sichtbarkeit von URLs, bzw. ganzen Domains deutlich einschränken. In schwerwiegenden Fällen kann es auch zu einer Deindexierung kommen; eine Seite oder eine Domain wird dann in diesem Fall komplett aus dem Index von Google entfernt. Dann sind keine Inhalte der Website mehr über die Google-Suche auffindbar.
Fazit: Cloaking im Bereich SEO
Cloaking darf aus heutiger Sicht kein Teil einer SEO-Strategie sein und stellt ein bewusstes Risiko dar. Auch wenn Cloaking früher genutzt wurde, um Rankings kurzfristig zu beeinflussen, ist diese Praxis im modernen Suchmaschinenumfeld klar als Spam-Technik einzuordnen. Der potenzielle kurzfristige Effekt steht in keinem Verhältnis zu den möglichen Konsequenzen. Sichtbarkeitsverluste, manuelle Maßnahmen, Deindexierung ganzer Domains und nachhaltiger Vertrauensverlust bei Nutzer*innen sind reale und häufige Folgen.
Unsere Empfehlung daher: Verzichte auf jegliche Cloaking-Praktiken und investiere stattdessen in eine nachhaltige SEO-Strategie mit hochwertigen Inhalten und einer sauberen technischen Basis. Diese Maßnahmen sind skalierbar, revisionssicher und stärken deine Marke langfristig.


